[taz]Vom bewussten Abschied von der Schönmalerei über Agitprop und provokante Deutschtümelei bis zu den neuen, seltsam blutleer wirkenden Gemälden über Leben und Tod: "Immendorff. Male Lago - Unsichtbarer Beitrag", die große Jörg-Immendorff-Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie in Berlin Von Markus Wöller
"Die Kunst muss die Funktion der Kartoffel übernehmen." So steht es auf dem Banner am Eingang zur roten Stadt, die in der großen Halle der Neuen Nationalgalerie aufgebaut ist. Der ironisch klingende, aber ganz und gar ernst gemeinte Spruch kann als Schlüssel zum Werk von Jörg Immendorff verstanden werden. Wie die Kartoffel als einst exotische Kolonialware in die Äcker Preußens kam, dort gut gedieh und innerhalb kürzester Zeit zum unverzichtbaren Energielieferanten der Bevölkerung avancierte, soll die Kunst als wesentliches gesellschaftliches Grundnahrungsmittel anerkannt werden. Als begehbares Modell dieses durch und durch moralischen Kunstsystems steht die Ausstellung "Immendorff. Male Lago -Unsichtbarer Beitrag". (...)
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